Mittwoch, 4. April 2012

Und: Action


Der Hersteller Inicons hat Ende Februar eine gut 30 Zentimeter große Steve-Jobs-Action-Figur auf den Markt gebracht. Ich frage mich: Seit wann ist Produkte hochhalten Action? Oder im Büro sitzen? Schauen Sie: Wir haben früher mit Big Jim gespielt, der war sehr muskulös und konnte mit einem Handkantenschlag ein Holzbrett aus zwei Plastikteilen zerschlagen. Seine Freunde Big Jeff und Big Josh und Big Jack waren ebenfalls sehr muskulös. Sie alle wurden übrigens eher leicht bekleidet ausgeliefert, damit man dass auch sah. Sie waren einen Kopf kleiner als Barbie, das war ihenn ein bisschen peinlich und sie blieben lieber unter sich. Sie interessierten sich sowieso nicht so für Frauen. Sie waren meistens Abenteurer und Stuntmen von Beruf. Schlägereien und Verfolgungsjagden und der Gebrauch von Schusswaffen waren an der Tagesordnung. In ihrer Freizeit fuhren die kernigen Kerle zusammen Motorrad, bestiegen den Kinderzimmerschrank über die Nordwand oder kämpften in knappen Shorts gegen Krokodile. Solche Sachen. Nachts schliefen sie alle zusammen im Campingmobil.

Was in aller Welt aber spielt man mit Steve Jobs?
Steve: „Tschö Barbie, ich fahre jetzt mit meinem Hybrid-Auto ins Büro“.
Barbie: „Aber Steve, Du solltest Dich schonen, Du hast doch Krebs!“
Steve: „Egal, ich muss Big Jim entlassen.“
Barbie: „Oh, aber warum denn?“
Steve: „Der ist nicht teamfähig! Und was hast Du heute vor Schatz?“
Barbie: „Och, nix weiter, gleich kommt Ken der Poolboy, den kann man ja keine Minute aus dem Augen lassen.“
Steve: „Dann viel Spaß“
Barbie: „Dir auch Schatz!“

Stephen Hawking ist übrigens am 8. Januar 70 Jahre alt geworden, von ihm gibt es eine kleine Simpsons Actionfigur. Das ist ja kein schlechtes Ergebnis für einen Wissenschaftler, aber eine coole Stephen-Hawking-Actionfigur mit Funkfernsteuerung hätte ich besser gefunden. Und weil Hawking ja neulich geäußert hat, im Gegensatz zur Quantenphysik seien Frauen ihm ein Rätsel, gesellt sich die coole ferngesteuerte Stephen-Hawking-Actionfigur abends zu Big Jim und seinen Freunden, die am Lagerfeuer unterm Sternenhimmel Kaffee trinken. Big Jim sagt, ihm hätte es bei Apple sowieso nicht gefallen, so ein Schreibtischjob, das wäre einfach nichts für ihn. Stephen sagt, er hätte auch schon mal überlegt auf Stuntman umzuschulen, aber niemand versteht den Witz. Big Josh spielt ein bisschen Mundharmonika, alle schauen schweigend ins Feuer. Big Jack liegt im Gras, die Arme hinter dem Kopf verschränkt, schaut in den Sternenhimmel und sagt irgendwann versonnen: „Es ist wirklich unglaublich, aber manche der Sterne dort oben sind schon lange verloschen, bevor ihr Licht uns erreicht. Wir sehen sie, aber sie existieren nicht mehr, ist das nicht irgendwie... irre.“
Und dann sagt Stephen Hawking mit seiner Computerstimme: „O Gott, wie ihr mich alle langweilt, ihr Spacken. Ich glaube ich gehe doch lieber mal Barbie besuchen.“

Die ist allerdings gerade im Pool mit Ken und Hawking guckt ein bisschen zu. Aus wissenschaftlichen Gründen. Weil er die Frauen verstehen lernen will. Steve Jobs ist noch im Büro und erfindet gerade irgendwas neues. Ein riesiges Smartphone mit dem man nicht telefonieren kann. Ein Netbook, dass doppelt so teuer ist wie andere und das trotzdem alle haben wollen. Eine Eieruhr, für die die die Chinesen vorm Mac Store in Peking übernachten werden. Oder sowas.

Am Lagerfeuer ist Big Jack ein bisschen beleidigt: „Nur weil er behindert ist, meint er wohl er kann sich alles erlauben, der blöde Hawking, ich meine das stimmt doch mit den Sternen! Dass die teilweise verloschen sind.“ Big Jim nimmt ihn sanft in den Arm und tröstet ihn: „Ja Jack, und ich hab das auch schon oft gedacht, was Du da gerade gesagt hast. Und es wird einem ja auch irgendwie klar wie klein wir doch sind und wie begrenzt unser ganzes Leben ist! Wie... unbedeutend.“

Währenddessen müssen Barbie und Ken wieder mal einsehen, dass mehr als Küssen und ein bisschen Kuscheln nicht geht, weil die Firma Mattel ihnen ein paar primäre Geschlechtsmerkmale verweigert hat. Aber es macht ihnen nichts aus. Ken macht den Spruch mit den Sternen, die schon verloschen sind und Barbie ist hingerissen.
Stephen Hawkings rollt durch die Nacht nach Hause hört leise alte Schlager im Radio. Man kann nicht immer über schwarze Löcher nachdenken. „Schade“, denkt er, „manchmal würde ich echt gerne singen.“ Steve Jobs ist am Schreibtisch fast eingeschlafen. Vielleicht sollte er sich wirklich etwas schonen, vielleicht hatte Barbie recht. Er schaut aus dem Fenster und denkt: „ Der Sternenhimmel. Der Sternenhimmel als Bildschirmschoner , dass war echt eine gute Idee von Bill“.