Montag, 29. August 2011

Wie alles begann

"AMERIKA IST ÜBERALL", POSTKARTE,  (C) SUNSHINE KÖLN '88,  (Hagemeyer)

Donnerstag, 18. August 2011

Topaktueller Text (5) / Thema heute: Die Gamer

 hier hören oder da lesen:

Im wirklichen Leben habe ich keinen einzigen Punkt in Flensburg. Mein schwerster Regelverstoß in den letzten Jahren war Fahrradfahren ohne Licht. Ich bin ein braver Bürger. In dieser Welt. In der großen weiten Welt der Computer- und Videospiele reite ich mit den gefährlichsten Männern, klaue mehr Autos  als Andreas Baader, entführe Mafia-Töchter, erschieße korrupte Gewerkschafter, jage Boote in die Luft. Ich habe in gewagten Manövern die Polizei abgehängt, illegale Autorennen gewonnen, Drogen gestohlen, Banken überfallen, gewissenhaft zwischen Raketenwerfer und Präzisionsgewehr abgewogen. Die Triaden waren hinter mir her, die Yakuza war verdammt sauer auf mich,  die Camorra hatte mich in der Hand, ich entkam auf Motorrädern, mit Hubschraubern, Rennbooten und gekaperten Panzern. Ich starb mindestens tausend Tode und Leichen pflasterten meinen Weg. Von den Rotlichtverstößen ganz zu schweigen.
Doch ich bin nicht mehr der jüngste, langsam ist mir das alles zu viel Action.  Es wird Zeit für mich, mir einen anständigen Job zu suchen in der virtuellen Welt. Es fällt mir schwer, mich zu entscheiden, die Bandbreite ist riesig: Für Arbeitslose und Bürohengste bietet der Spielemarkt eine Vielzahl an attraktiven Simulationen an: Man kann Gabelstaplerfahrer werden, Busfahrer, Trucker, Landwirt, Lokführer, Straßenbahnfahrer, Pilot, Müllwagenfahrer, Baggerführer, Holzfäller oder Chirurg. Sogar Winzer. Kombinieren kann man sein virtuelles Berufsleben dann mit einem entspannenden virtuellen Hobby: Golf, Angeln, Jagen oder Schach.
Gestern habe ich quasi ein Praktikum bei der Deutschen Bahn gemacht und einen Regionalexpress gefahren. Ganz schön kniffelig. Nah an der Realität. Im wahrsten Sinne des Wortes kein Kinderspiel. Auch wenn meine Frau zwischendurch rein kam und ihr mitleidiges „werd-mal-erwachsen“-Lächeln aufsetzte. Bevor sie am Laptop wieder stundenlang Spielkarten sortierte.
Jeder dritte Deutsche ist ein „Gamer“ ließ der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. pünktlich zur Gameskom in Köln, der größten Messe für Video- und Computerspiele,  verlauten. Gamer sind Leute, die am Computer spielen, mit dem Handy oder der Konsole, egal ob Sudoku, Supermario oder Ballerspiel. Statistisch gesehen meint übrigens ein Drittel der Nicht-Gamer, Computerspiele würden die Jugendkriminalität fördern. Die haben vermutlich vom Landwirtschaftssimulator 2012  noch nie gehört. Oder neigt die Jugend neuerdings zum Subventionsbetrug?

Dienstag, 9. August 2011

Münzfernglas Sacre Coeur / Paris

Vereinigung der Freunde des Münzfernglases / Mitgliedsnummer 00004 / Christian Gottschalk / Sacre Coeur / Paris
Zigarettenblättchen fliegen lassen: Nein / Ausblick: Phänomenal