Donnerstag, 21. Juli 2011

Topaktueller Text (4) / Thema heute: Wirtschaftskrise


Ich verstehe zwar nichts von Wirtschaft, da ich aber nebenbei ja auch noch journalistisch tätig bin, lasse ich mich von Ahnungslosigkeit niemals davon abhalten, über ein Thema zu schreiben. Anfang der Neunziger zum Beispiel habe ich mal in der StadtRevue einen Artikel über das damals ziemlich neue Internet geschrieben. Wenn ich mich recht erinnere ging es hauptsächlich darum, wie sinnlos dieses ganze Internet eigentlich sei, da säße man eine dreiviertel Stunde vor dem Rechner um dann das Wetter auf Hawaii beobachten zu können und dass die Datenbahnautobahn nach Wuppertal langweiliger sei als die A 46.

Mir fehlte einfach die Vorstellungskraft für die sich bietenden Möglichkeiten. Während sich irgendwo anders auf der Welt gerade jemand Wikipedia ausdachte. Und ein anderer sich die Rechte an sex.com sicherte. Eine von beiden Ideen hätte ich wirklich gerne gehabt. Ich hätte aber auch gerne, als 1982 „Conan der Barbar“ mit Arnold Schwarzenegger raus kam gesagt: „Wartet mal ab Leute, noch lacht Ihr, aber der Typ hat eine große Zukunft vor sich.“ Aber da muss man ja erstmal drauf kommen.

Also Stichwort Wirtschaftskrise. Mein Bruder sagte neulich zu mir, er wisse aus zuverlässiger Quelle, dass jetzt wo die USA pleite seien, die Weltwirtschaft endgültig am Ende wäre. Chaos, Plünderungen, der Zusammenbruch der staatlichen Ordnung usw. stünden nun unmittelbar bevor. Gold sei die einzige sichere Geldanlage derzeit. Gut, ich habe gar kein Geld, startete aber dennoch sofort die Flucht in die Sachgüter und kaufte mir die erste Staffel von „Ausgerechnet Alaska“. Ich meine der Goldpreis ist gerade auf einem Höchststand, während die Feinunze alte Serien auf DVD sehr günstig zu haben ist. Vielleicht investiere ich noch in die Collector's Edition von „Buffy - Im Bann der Dämonen.“ Und: Monk abstoßen!

Ansonsten wissen wir Wirtschaftsexperten natürlich: Ein moderates Minus ist der beste Schutz vor Inflation. Wenn mein Dispo nur noch Hälfte wert ist, muss die Postbank halt sehen wo sie bleibt. Auch ansonsten ist mein Finanzgebaren vorbildlich: Ich habe mir damals keine Telekom-Aktien gekauft und seit Jahren unterstütze ich den Griechen gegenüber so gut es geht. Und wenn das Brot zu teuer ist esse ich eben Kuchen.

Sollte ich tatsächlich mal ins Plus kommen, sagen wir mal so 10.000 Euro, steht mir als nicht besonders berühmten Kleinkünstler ja noch die sogenannte „Jazz-Musiker-Methode“ offen: Einfach so lange auftreten, bis das Geld alle ist.

Und wenn der Kapitalismus, der alte Schlawiner, echt zusammen bricht, finde ich bestimmt irgendwo einen alten Artikel von mir, in dem steht, dass der ohnehin schon immer Mist war. Nicht die schlechteste Vorstellung:  Ich hätte wenigstens einmal recht gehabt, und wir wären ihn endlich los.