Montag, 19. Januar 2009

Gottschalk slammt

Liebe Leserinnen und Leser,
Gestern Abend beim Poetry-Slam "The Word Is Not Enough" im Blue Shell bin ich im Halbfinale rausgeflogen. Jan Kai Goldberg aus Münster hat gewonnen.
Anfang des Monats habe ich übrigens den "Dichterkrieg" im Sonic Ballroom gewonnen, dort werde ich am 2.2. meinen Titel verteidigen. Die Vorrunde habe ich, Gefahr ist mein zweiter Vorname, mit einem nagelneuen noch nie vorgelesenen Text bestritten, der mich mit über 80 Stimmen sicher ins Halbfinale trug. Vielleicht war es hasenherzig von mir danach auf Bewährtes zurückzugreifen und die Geschichte "Lieblingsweltkrieg" vorzulesen, nachdem ich mir eigentlich vorgenommen hatte, mit selten gelesenen Sachen weiter zu machen. Jedenfalls reichte es nicht fürs Finale. Hier also mein Text aus der Vorrunde.



Wovon träumst Du nachts?

- Ich geh’ demnächst auf Deutschlandtour mit meinen Texten.
- Und, wovon träumst Du nachts?
- Das werd’ ich Dir gerade erzählen. O.K. ich erzähle es Dir gerade.

Neulich versuchten wir, mit sonderbaren Wesen, ich glaube es waren genetisch manipulierte Katzen, die alle in etwa aussahen wie der Hund meines Bruders, einen sportlichen Wettbewerb zu organisieren. Jedes Tier hatte aufgrund seiner DNA andere Spezialfähigkeiten, aber sie waren zu undiszipliniert, um einen einfachen Hürdenlauf zu absolvieren. Wir bekamen es nicht in den Griff. Ich erwachte und dachte, ich sollte nicht so viel von dem Mystery Mist gucken.

Kürzlich konnte ich endlich mal wieder fliegen. Das macht immer einen riesigen Spaß. Toll war auch die innere Logik des Traums. Ich sagte zu meinem Traumfreund: „Das ist doch Quatsch, fliegen kann man nur im Traum, und dies hier ist kein Traum.“ Er flog an mir vorbei und fragte: „Und wieso kann ich es dann?“ Und forderte mich auf zu starten. Ich flog los, und es klappte wunderbar. Manchmal bin ich vielleicht einfach etwas zu verkopft.

Häufig finde ich meine Träume durchaus unterhaltsam, manche sind etwas zu abstrakt, es geht um sonderbare Ordnungssysteme, und wenn ich aufwache, verstehe ich gar nicht mehr, mit welcher Art von Logik ich mich befasst habe. Vermutlich steht mein Unterbewusstsein kurz vor der Lösung der Weltformel, während ich im Wachzustand nicht mal schriftlich dividieren kann.

Manche Träume sind etwas stressig. Vor allem die, in denen ich mich streiten muss, die, in denen man mich umbringen will, die, in denen ich nichts zum Frühstücken kriege, die, in denen ich zu spät komme, und natürlich die mit den verschwindenden Toiletten. Andere wiederum bieten ganz gute Ansätze, sind aber wie ich finde, unfair geschnitten. Unfair mir gegenüber.

Zum Beispiel: Vor einigen Jahren, als Madonna noch richtig gut aussah, saß ich mit ihr im Bett. Wir waren offensichtlich zusammen, denn wir stritten uns. Ich wunderte mich übrigens kein bisschen, dass Madonna Louise Ciccione jetzt ausgerechnet mit mir zusammen war, ich war allerdings auch ziemlich genervt. Es war ein gewöhnlicher Beziehungsstreit, und wie im wirklichen Leben wusste ich nicht genau, worum es geht und verteidigte mich beleidigt gegen Vorwürfe aller Art. Es war ziemlich klar, dass wir vorher Sex miteinander gehabt hatten, aber der Regisseur meines Traums fand wohl, dass man das nicht unbedingt zeigen müsste. Bestrafung ohne Sünde, der Regisseur war wahrscheinlich ein Protestant. Oder Guy Ritchie.

Ein Freund von mir hat übrigens mal Heiner Müller im Traum getroffen. Er erinnert sich bis heute gerne an das interessante Gespräch. Das nächste Mal träume ich auch von Heiner Müller. Mit diesen Zicken aus dem Showbusiness hat man doch immer nur Ärger.