Freitag, 20. Juni 2008

Noch ein lustiges T-Shirt

Etwas verspätet fiel mir ein T-Shirt zum Start des Sex-and-the-City-Films ein. C. sagt, es hätte das Niveau von "Bier-formte-diesen-schönen- Körper"-Shirts. Wenn es sich genau so oft verkauft, soll es mir recht sein. Genau das Marktsegment, dass ich anstrebe! Ich selber halte es natürlich für einen pfiffigen Kommentar und finde es komisch . Würde ich bedruckte T-Shirts tragen und wäre ich nicht liiert würde ich darin tanzen gehen. Ganz bestimmt. Zum Kaufen bitte auf das T-Shirt klicken.

Freitag, 13. Juni 2008

Krieg in den Städten!

Ist der Milchkrieg eigentlich vorbei? Ich sah letzte oder vorletzte Woche einen Beitrag im WDR, der sich knallhart mit den möglichen Folgen auseinandersetzte. Ich erfuhr, dass es durchaus zu Engpässen in der Latte-Machiato-Produktion kommen könnte. Eisdielen müssten eventuell irgendwann auf Milchpulver zurückgreifen. Und weil der gefühlte acht Minuten lange Beitrag da noch nicht zu Ende sein konnte, wurde noch ein weiterer Café-Besitzer interviewt und gefragt, wie viel Liter Frischmilch er den so die Woche verbrauche, und auch noch die kleine Frau auf der Straße befragt („Ja, schon schlimm, aber ich verstehe die Bauern auch“) und noch eine dicke Kaffeetante, die sich sichtlich freute, mal im Fernsehen zu sein („Ich trinke hier jeden Tag meinen Kaffee und ohne Milch mag ich den nicht“). Ich war kurz etwas fassungslos, wie man aus „es ist nichts passiert, aber selbst wenn, wird es auch keine wesentlichen Konsequenzen haben“ einen ganzen Fernsehbeitrag machen kann, bevor mir klar wurde, wie beruhigend das ist. Kein Erdbebengebiet weit und breit, der Herkulesberg ist kein Vulkan, der Rhein läuft bei Hochwasser immer nur in doofe Altstadtkneipen rein, die Belgier wollen nicht einmarschieren und die Jungs im Umland bauen Neonröhren unter ihre getunten Polos, anstatt Sprengstoffgürtel zu tragen. Wenn es ganz schlimm kommt, muss ich H-Milch in den Kaffee tun. Ich glaube, ich lebe ganz gern hier. Ein paar Verbesserungsvorschläge hätte ich schon, so eine Feinjustierung, was das Wirtschaftssystem angeht (Abschaffung der Lohnsklaverei etc. pp.), aber im Großen und Ganzen kann ich nicht meckern.

Neulich wünschte ich mir aber doch, die DDR hätte gewonnen, weil ich gerne einen Kulturjournalisten in die Produktion geschickt hätte. Am Ende eines Beitrags über Karen Duves Roman „Taxi“ frug er sich, warum Frau Duve ihre Erfahrungen als Taxifahrerin erst neun Jahre später in einem Roman verwendet und kommt zu dem Schluss, sie hätte wohl so lange gebraucht, diese düstere Zeit zu verarbeiten. Liebe Kulturspacken: Nicht jeder kann sein Geld damit verdienen, im Fernsehen über anderer Leute Kunst klug zu schwätzen. Manche Leute müssen auch arbeiten. Diese Erfahrung ist für Leute, die später keine Romane schreiben, ebenso düster wie für Karen Duve, die für ihren Rezensenten nichts kann. Die meisten kommen aber irgendwie damit zurecht.

So, ich will mich jetzt noch ein bisschen schlafen legen, weil ich heute Nacht arbeiten muss. Sollte ich dieses Trauma jemals überwinden, schreibe ich den Roman „Nachtportier – ein Leben am Limit“. Es ist doch so: Ohne Roman war man Nachtportier, mit Roman „schlug man sich als Nachtportier durch“. Was für ein Unsinn!