Freitag, 30. Mai 2008

Hätten Sie’s gewusst?

Neues aus der Wortspielhölle

Albert albert gerne rum. Was sollte er auch sonst tun? Christin ist Atheistin und findet das nur mäßig komisch. Leif ist wieder dabei. Johannes Kraut ist eher ein ruhiger Typ. Peter Wagen sang zu seiner Zeit am liebsten Quarten, tatü und tata. Ede nahm dann Reißaus und gab Versen Geld. Die Verse konnten das aber nicht verbuchen.

Matthias’ Reim ist „Dich“ auf „nicht“. Klaus’ Lage hat sich in letzter Zeit verschlechtert. Von Thomas’ Mann weiß man nicht, ob es ihn je gegeben hat.

Ohne Lama geht der Dalai nicht aus dem Haus!
Mit „treffen sich fünf Tibeter“ fangen die wenigsten Witze an. Das hat mir mein Freund Karl Lauer bestätigt. Der findet die Garnet gar nett sie weiß es aber gar net. Sein Bruder Lustig muss da mal vermitteln.
Ja, die Liebe ist ein seltsames Spiel. Panzerquartett aber auch.

Hüte Dich vor Wortspielen hatte Dr. Wolf gesagt aber ich gab zurück, wenn ich etwas hüten will, dann kaufe ich mir einen Sack Flöhe. Das fuchste den Wolf. Was ist paradox?

Paradox sei, so Dr. Wolf, wenn ein Guter Schlächter wird. Ich nickte. Und zwar ein.

Samstag, 24. Mai 2008

Neuigkeiten und ein Gedicht

So wie es aussieht können „The Nico Bellic Diaries“ im Juni starten. Ich bin selbst noch etwas überrascht, freue mich aber darüber und darauf. Das heißt natürlich auch, dass ich diese Seite in den Sommermonaten etwas vernachlässigen werde. Ich bin sehr gespannt und auch aufgeregt, denn vieles kann ich mir ja erst ausdenken, wenn ich das Spiel kenne. Trotzdem kann ich mir natürlich schon mal Gedanken machen, jetzt wo ich weiß, dass es läuft.

Ich fahre ja gleich nach Frankfurt, vorlesen, da freue ich mich ebenfalls drauf, doch damit sich nicht wieder anonyme Kommentar-Schreiber aufregen, dass Freitage verstreichen, ohne dass ich etwas veröffentliche, hier ein kleines, schnell verfasstes Gedicht. Also Herr Bach und ich haben uns ja vorgenommen, in unserem gemeinsamen Programm nicht zu dissen. Diese kleinen Reime werden also darin keinen Platz finden. Gesagt werden muss es trotzdem:


Zum EM-Song

Neulich hörte ich Sportfreude Stiller

und dachte bei mir so: Was will er?

Vielleicht bin ich einfach zu reif
Für den Jugendsender einslive.

Wird Zeit, dass man mich verschont
mit Juli und mit Silbermond
mit den albernen Posen
der Ärzte und Hosen.

Ich schreib’ noch einen Brief an Wir Sind Helden,
um mich aus der Zielgruppe abzumelden.

Zu diesem Thema nur noch zwei Zeilen,
es ist viertel vor Drei, ich muss mich beeilen:

Die allerdümmste Band der Welt,
ist immer noch Revolverheld.

Freitag, 16. Mai 2008

Oléoléoléolé

Hermann Kuttenkeuler, Betreiber der Internetseite viervierzwei.de, bat mich ein Vorwort für seine Seite zu verfassen. Ich fühle mich geehrt, vor allem, weil er weiß, dass es zwei Dinge gibt, die mich überhaupt nicht interessieren, nämlich erstens Fußball und zweitens alle anderen Sportarten. Außer manchmal LKW-Trial auf Eurosport. Hier also der Text:


Fußball
Es ist nicht die Idee an sich. Die Idee an sich ist großartig. Zwei Mannschaften, in denen nur jeweils einer den Ball anfassen darf, müssen versuchen die Pille ins Tor reinzukriegen. Dieses Prinzip eröffnet taktisch mehr Möglichkeiten als beispielsweise Tischtennis und selbst ein Spiel im Staub einer Favela mit einem alten Tennisball und Toren aus Klappmessern entwickelt eine spannendere Dynamik, als ein Kreisklassespiel der, beispielsweise, Tischtennisliga.
Auch ich selber habe in jungen Jahren Fußball gespielt und zeigte meiner Meinung nach in den Jahren 1971-1974 durchaus eine konstante Leistung. Das Problem war: Die anderen wurden besser. So wurde ich erst Verteidiger („Ich wär’ wohl Bertie Vogts!“), dann Torwart (Sepp Mayer) und schließlich Reporter (ZDF). In der Schule wurde ich leider weiterhin gezwungen Fußball zu spielen, obwohl ich innerlich meine aktive Laufbahn längst beendet hatte. Ich begann diesen Sport zu hassen. Nun weiß ich, dass Herr Kuttenkeuler dem Sport in der Do-It-Yourself-Variante auch noch nie viel abgewinnen konnte. Seine Leidenschaft ist noch etwas abwegiger. Er reist in Regionalzügen quer durch die Republik, und nimmt dabei diverse Gefahren in Kauf: Das Bier könnte unterwegs ausgehen, Gruppen von Nazis könnten zum gleichen Spiel unterwegs sein und sich schon mal warm prügeln wollen, das Bier würde reichen, aber kurz hinter Euskirchen sind von begeisterten Fußballanhängern bereits alle Toiletten außer Betrieb gesetzt worden, das Spiel findet in Ostdeutschland statt, das Spiel findet im Ruhrgebiet statt, die Polizei verliert den Überblick und er gerät dazwischen oder aber: Im Stadion gibt es nur alkoholfreies Bier. Er setzt also einiges an Ressourcen ein, Geld, Freizeit, Gesundheit, um seinem Verein beim Fußballspielen zuzuschauen und ihn durch das Rufen von Parolen und das Singen von Liedern zu unterstützen. Was das Ganze soll, ist mir persönlich schleierhaft, ehrlich gesagt ist mir das ganze Konzept „Fantum“ suspekt. Fantum aller Art, sei es für einen Fußballverein oder eine Musikrichtung ist doch meistens nur eine Variante des Patriotismus: Ihr blöd/wir gut, olé! Nun ist es aber auch so: Wenn nun Fahnenschwenken, Parolen rufen, Gegner verhöhnen und dazu Alkohol trinken, weil denken ja traditionell bei so was stört, offenbar zu den menschlichen Grundbedürfnissen gehört, dann möchte ich natürlich lieber Vereinsfahnen als Nationalflaggen sehen, dann sollen lieber Vereine als Minderheiten verhöhnt werden. Verstehen muss ich das alles nicht. Aber irgendwie akzeptieren. Zumal ich in meinem Bekanntenkreis der einzige bin, na ja, zumindest der einzige heterosexuelle Mann, der sich überhaupt nicht für Fußball interessiert. Warum in aller Welt, mögen Sie sich fragen, liebe Leser, schreibt er dann das erste Vorwort für die Homepage von Hermann Kuttenkeuler? Weil Hermann erstens außer Fußballfan ein lieber Karaoke-Kollege, ein hervorragender Trivial-Pursiut-Gegner, ein freundlicher Trinkpartner und ein ganz lieber Kerl ist. Und weil er zweitens verdammt gute Texte schreibt. Viel Spaß auf dieser Seite.

Freitag, 9. Mai 2008

Normal!

Der Frühling ist da und führt sich direkt schon wieder auf auf wie ein Sommer. Um es mit Rilke zu sagen: Wer jetzt kein Haus hat, der wird sich eines bauen, wer jetzt allein ist, hat die allerbesten Chancen das zu ändern. Kleiner Scherz meinerseits.

Sommer also. So saßen wir gestern in der Bahn, als eines von Milliarden Pärchen, die mit Alufolie-bewehrten Salatschüsseln ausgestattet auf dem Weg zu einer Grillparty waren. Und wie ich da so saß, mit dieser Salatschüssel auf dem Schoß, beschlich mich das Gefühl, dass ich nun endgültig einer von ihnen bin. Ob ich will oder nicht. Diese Salatschüssel auf meinen Knien ließ keinen Zweifel daran, dass ich die Grenze überschritten hatte. Ich meine genau daran hatte ich sie doch früher immer erkannt. Ich war angekommen in der Welt der normalen Leute.

Bislang war es noch Spaß gewesen. Zu zweit mit dem Passat Kombi samstags zu Aldi einkaufen zu fahren, war eine Simulation, ein Ausflug allenfalls, aus heutiger Sicht vielleicht aber auch eine Fingerübung. Dass unsere Telefonate sich immer häufiger auf die Frage konzentrierten, ob ich schon was gegessen hätte, hatte mich bisher nur vage irritiert. Obwohl ich hätte wissen müssen, dass es bei denen so ist. Sie muss noch zum Pilates, und er kann sich was warm machen, was im Kühlschrank steht. Das hatte ich doch oft genug belauscht. Dass ich mir auf einmal Preise von Lebensmitteln merken konnte und wusste, dass Kerrygold Butter bei Penny billiger ist als bei Plus, hatte mich sogar stolz gemacht! Und als ich begann, die Aschenbecher mit Glasreiniger zu putzen, bevor Gäste kamen, hielt ich das einfach für eine nette Geste. Doch all das waren Erscheinungen, die mich unweigerlich an diesen Punkt geführt hatten. Die Salatschüsselgrenze.

Früher konnte ein Aschenbecher bei mir froh sein, wenn er einmal im Monat geleert wurde. Auf Partys brachten wir geklauten Champagner mit, aber niemals Salat. Es war mir ohnehin schleierhaft, wieso man auf Partys essen sollte. Ich fuhr auch nie mit der Bahn, sondern immer mit dem Rad. Wir unterhielten uns nicht über Balkonpflanzen damals, sondern meistens über uns.

Ich bin sehr gespannt, wie das mit mir weitergeht, jetzt, wo ich normal geworden bin. Hoffentlich fange ich nicht an zu joggen. Oder nach jedem Einkauf meinen Bon zu kontrollieren. Vielleicht sollte ich mir wenigstens ein sonderbares Hobby zulegen, zum Ausgleich. Denn das weiß ja jeder, es kann einen wahnsinnig machen, dieses normal sein.

Sponsoren gesucht

2003 wurde mein Kurzfilm „After the missions“, den ich mit dem Videospiel „Grand Theft Auto – Vice City“ gedreht hatte, für den „Internationalen Medienkunstpreis“ nominiert. Gewonnen habe ich nicht, aber immerhin lief er im Fernsehen. Mittlerweile ist der Film im Videoarchiv der Ursula-Bickle-Stiftung gelandet, eine Ehre, vor allem, wenn man bedenkt, dass Videokunst nicht gerade mein Hauptberuf ist. Vor kurzem ist nun das jüngste Spiel der GTA-Serie erschienen, allerdings für die Konsolen der nächsten Generation, weshalb ich es nicht spielen kann. Ärgerlich. Mache ich doch einfach wieder Kunst, dachte ich mir, und dafür suche ich Sponsoren. Anschreiben werde ich zunächst mir persönlich bekannte Kleinunternehmer, denn benötigt wird lediglich die übersichtliche Summe von 268,85 Euro für Konsole und Spiel.

Das Projekt heißt „The Nico Bellic Diaries“. Nico Bellic ist der Protagonist des Spiels GTA 4. Ich werde einen Blog einrichten, in dem er seine Erlebnisse während aber auch zwischen den Missionen schildert. Dabei wird man ganz neue Seiten an Nico entdecken. Das ist also ähnlich, wie bei „After the missions“, doch lasst es mich lieber so ausdrücken: Ich setze mein Werk über die besten Videospiele des Jahrhunderts hier fort. Selbstverständlich wird der Blog multimedial. Trotz des Titels werde ich auf Deutsch schreiben. Ziel ist es, die Figur Nico Bellic nicht umzuschreiben, nicht wirklich gegen den Strich zu bürsten, sondern sinnvoll zu erweitern. Aufgabe wird sein, einen Tonfall zu finden, der „meinem“ Nico angemessen ist. Also irgendwo knapp neben der Spur. Ich könnte an dieser Stelle natürlich noch einiges an konzeptionellem Blabla absondern, sparen wir uns das einfach.

Die Seite wird mindestens wöchentlich aktualisiert werden. Sollte mehr Geld zusammen kommen, als oben angegeben, wird für je zehn Euro eine Stunde (ganz schön billig, oder?) Arbeit in das Projekt investiert. Reine Spielzeit gilt nicht als Arbeitszeit. Die Sponsoren bekommen Reklame auf der Seite. Einfluss auf den Inhalt haben sie nicht. Die Größe aller Banner ist gleich, unabhängig von der gespendeten Summe.

Interessenten wende sich bitte an: info@christiangottschalk.de.

Ich bin sehr gespannt. Und hier nochmal "After the missions".

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