Freitag, 11. April 2008

Video

Hier könnt Ihr ein Video von meinem Auftritt im Bürgerzentrum Ehrenfeld am 4.4. sehen.

Holland

Ich fahre Montag nach Holland (also nicht direkt in Holland, aber dazu später), immer noch einem der wichtigsten Handelspartner Nordrhein-Westfalens, zumindest was Nordrhein-Westfalens Jugend betrifft. Wie ich allerdings neulich lesen musste, wird das in Holland verkaufte Marihuana mittlerweile häufig in NRW angebaut, weil die hollänische Polizei viele illegale Farmen dicht gemacht hat. Jetzt wird tonnenweise Gras in abgelegenen Eifelhöfen gezogen, in großen Mengen nach Holland geschmuggelt - und in kleinen wieder zurück. Dennoch sind die Preise mehr oder weniger stabil.

Neben Drogen exportieren die Niederlande in erster Linie Tulpen, Vanille-Fla und alte Pussycat-Platten. Zumindest seit auf die Tomaten niemand mehr reinfällt. Das Brutto-Sozialprodukt ist sehr gut, glaube ich. Das Nationalgericht heißt „Frikandel-Special", das Rezept ist geheim und wird von Generation zu Generation weitergegeben. Regiert wird Holland von Königin Beatrix und Premierminister Balkenende. Der holländische „Kapitalismus mit menschlichem Antlitz" garantierte lange Zeit jeder holländischen Famile ein eigenes Boot, ist aber momentan in der Krise.

Über Holland verteilt gibt es mehrere exterritoriale Enclaven, „Centerparcs" genannt. Sie verfügen über eigenes Wetter („Centerparc-Wetter") und eine eigene Gesetzgebung („Lex Spaßbad"), nach der Bademeister Ehen schließen dürfen und ansonsten die Exekutive darstellen. Man kann zwar mit Euro bezahlen, aber er ist wesentlich weniger wert, wahrscheinlich weil alles importiert werden muss, denn 100% der Bevölkerung arbeiten in der Tourismus-Branche. Die Hauptverkehrsmittel sind Fahrräder für vier Personen und Tretboote. Die Amtssprachen sind deutsch und holländisch. Wer den Traditionen des Landes gerecht werden will, sollte einmal am Tag schwimmen gehen und die Riesenrutsche benutzen. Die Nationalsportarten sind Bahnengolf, Bowling, Babyschwimmen und Bogenschießen für Anfänger. Mit ihrem dichten Baumbestand und ihren künstlichen Seen sind die Enklaven landschaftlich wesentlich reizvoller, als das sie umgebende Holland.

Kulturell gesehen gilt „Centerparcs" als führend in der Hallenbadarchitektur und brachte eine Reihe bedeutender Alleinunterhalter hervor. Die Küche ist einfach und kalorienreich. Viele Touristen schätzen an diesem Land, dass man keinerlei Kirchen und Ruinen besichtigen kann und auch keine traditionelle Glasbläserei. Statt dessen kann man, nur so als Beispiel, kiffen und alte „Will and Grace"-Folgen im Original mit holländischen Untertiteln gucken, oder, nur so als Beispiel, seinem alten Herrn beim Pokern die Rente aus der Tasche ziehen. Und sollte man, nur so als Beispiel, ein kleines bisschen Übergewicht haben, kann ein Besuch im Hallenbad auch eine beruhigende Wirkung haben: Die anderen Herren sehen auch nicht alle aus wie Till Schweiger.

Freitag, 4. April 2008

Die Woche

Mein Lieblingswort der Woche ist Nazi-Sex-Skandal. Da ist alles drin, was eine gute Schlagzeile braucht. Erstaunt war ich, dass Herr Mosley bei seinen Ausschweifungen keine Plastiktüte über dem Kopf trug. Ich dachte, dass sei eine Art englischer Mindeststandard.

Mein Lieblings-belauschter-Satz der Woche stammt von der Haltestelle Friesenplatz, wo eine junge Frau ihren Kumpel verhöhnte: „Was, Du hast kein SMS-Flat, Du Freak!?" Früher musste man schon nach Patschuli riechen und Wildlederjacke tragen, um zu den Freaks zu gehören. Und Zigaretten drehen.


Antwort-die-ich-gerne-gegeben-hätte der Woche. Auf die Frage „Wie hat Ihnen Ihr Einkauf gefallen?": „Es war fantastisch. Großartig. Wundervoll. Diese wunderbaren Wurstwaren! Diese zahlreichen leckeren Milchprodukte! Ihr interessantes Non-Food-Angebot. Ich komme morgen wieder. Ach was sage ich: Heute noch! Bis später!"

Déjà-vu der Woche. Wie heißt ein Déjà-vu mit Geruch? Habe jedenfalls das erste Mal, seit ich 1985 bei meinen Eltern ausgezogen bin, Lenor gekauft. Leicht überdosiert. Jetzt riecht die ganze Wohnung aprilfrisch. Experimente mit Rei in der Tube, Ovomaltine und Cox Orange geplant. Blendi habe ich neulich noch bei einem Freund probiert.

Nicht-ganz-so-überraschende-Erkenntnis der Woche: Keith Richards ist taub, glaube ich. Er spielt ausschließlich auf Sicht. Deshalb steht er so gerne vor dem Schlagzeug. Wie er aussieht, hat er wahrscheinlich auch keine SMS-Flat. Der Freak.