Dienstag, 29. Januar 2008

Nie im Winter - Guido Knopp zum 60. Geburtstag

Ich durfte heute im Deutschlandfunk Prof. Dr. Knopp gratulieren und hier könnt Ihr es hören.

Freitag, 25. Januar 2008

Heute mal ein Gedicht

Für Amy Winehouse
(mit den besten Wünschen zur Genesung)


Frau Winehouse, Frau Winehouse,
Ich sag’s, weil ich in Sorge bin,
Sie seh’n so blass und klein aus:
In Crack ist nicht ein Vitamin.

In der Ernährungspyramide,
find’ sich kein Koks noch Valium,
Sie müssen ja nicht gleich solide
werden, doch der Mensch braucht Kalium.

Vielleicht mal etwas feste Nahrung,
damit mein’ ich kein Ecstasy!
Ich hab’ da zwar nicht viel Erfahrung,
Doch ich denk’, ich koch für Sie.

Für Sie geb’ ich mir richtig Mühe,
und backe Eierpfannekuchen
und meine fette Hühnerbrühe,
tut weltweit ihresgleichen suchen.

Für unterwegs gibt’s Käsebrote,
So rett’ ich Sie und die Karriere.
Sie treffen wieder jede Note,
Frau Winehouse, s’ war mir eine Ehre.

So putz’ ich die Küche und fahr’ wieder fort
und schaue zu Hause den Grammy Award.
Frau Winehouse erhält Stücker sieben,
und dankt herzlich ihren Lieben.
Ich weiß: Ich gehöre nun zu denselben
und schlucke gerührt noch zwei von den Gelben.

Donnerstag, 24. Januar 2008

Dr. Dr. Gert Mittring










Als ich neulich "Die Weisheit der Vielen" sah, fiel mir auf, dass der geniale Mathematiker Dr. Dr. Gert Mittring dem Regisseur Quentin Tarantino verdammt ähnlich sieht.

Freitag, 18. Januar 2008

Noch mehr Sätze

Es gibt natürlich noch mehr Sätze, die eigentlich nur in amerikanischen Filmen vorkommen, als in der Kolumne vom 4.1. erwähnt werden. Man muss unterscheiden zwischen Standardsätzen, die zum Teil schon Zitat des Klischees sind („Ich muss noch die Zäune an der Nordweide reparieren“) und Original-Zitaten.

Manche Zitate sind einfach komplett abgenutzt und verbraucht, sowohl als Alltagswitz als auch als Filmzitat im Film. „Ich mache Ihnen ein Angebot, das Sie nicht ablehnen können“ oder jeder Satz aus „Casablanca“ zum Beispiel. Auch will ich keine jungen Männer mehr sehen, die vor dem Spiegel Taxidriver nachmachen („Sprichst Du mit mir?!“).

Eines meiner Lieblings-Klischee-Zitate konnte ich selber vor ein paar Jahren unterbringen, genau genommen fiel es mehr so aus mir raus, als meine Eltern, die in der Eifel wohnen, gerade eine innenstadtnahe Zweitwohnung angemietet hatten und wir nach dem Einzug „Bei Lena am Mediapark“ essen waren. „Bei Lena“ ist eigentlich kein gefährlicher Ort und die Gegend ist auch eher harmlos, aber an jenem Abend musste Lena eigenhändig einen besoffenen Gast vor die Tür setzen, gleichzeitig hörte man ständig das Martinshorn und Blaulicht drang durch die bunten Scheiben. „Willkommen in New York.“ sagte ich. Sagte ich lakonisch, meine ich natürlich.

Gestern telefonierte ich mit dem Kollegen B., einem Autor, dem ein gewisser Nerdismus nicht abzusprechen ist. Er hatte später noch Honorarverhandlungen zu führen und erzählte mir, was er zu sagen gedenke: „Und jetzt machen Sie mir ein Angebot, das meine Intelligenz nicht beleidigt!“ Ich war ganz angetan von so viel Mut, „Solche Sachen sagst Du?“ fragte ich, und er musste zugeben, dass er den Satz aus einem Film hatte. Er hat sehr viele Sätze aus Filmen. Da ich irgendwie mitspielen wollte, improvisierte ich noch ein: „O.K., dann geh’ jetzt da raus und tritt ihm in den Arsch!“

Ab und zu versuche ich ja auch, „hobbymäßig“, wie man so sagt, meine Lieblingsfilmzitate im wirklichen Leben unterzubringen. „Ich schlafe immer am Ende des Monats“ (Theo gegen den Rest der Welt) war für mich als Nachtportier natürlich eine einfache Übung, die Gäste haben auch gelacht. Seitdem warte ich auf eine Gelegenheit eine Frage mit „Die Arbeiterklasse hat kein Vaterland“ (I hired a contract killer) zu beantworten, am liebsten auf englisch.

Sollte ich dann suspendiert werden, weil ich zuviel Quatsch gemacht habe, lege ich dem Chief mein Namensschildchen und meine Zeiterfassungskarte auf den Tisch und mache auf eigene Faust weiter. Denn: „Es ist etwas Persönliches!“


Freitag, 11. Januar 2008

Niedliche Tierbabys sind Agenten der Reaktion

Flugblatt (Entwurf): „Arbeiter! Lass Dich nicht von niedlichen Tierbabys ablenken! Niedliche Tierbabys sind Agenten der Reaktion! Wenn Du Deine Sache in die Hand nimmst, hilft Dir weder Knut noch Flocke. Nieder mit den Ausbeutern und ihren willfährigen Gehilfen bei den RTL-Nachrichten! Niedlichkeit ist eine bourgeoise Kategorie!“

Journalisten alten Schlages, wie Ernst-Dieter Lueg, kannten die vier B des Nachrichten-Journalismus noch aus dem FF: Bonn, Brandt , Barzel, Baader. Ja, so war das damals. Generationen von Reporten wuchsen mit diesen vier großen W (wann, wer, was kostet das, was sagt eigentlich Ihre Frau dazu) auf, Augstein und Nannen, so ist bekannt, ließen sich die vier großen G (es geht immer um: Geld, Geschlechtsverkehr, Gewohnheit oder Geheimdienste) noch von jedem Volontär persönlich vorbeten. Jeden Morgen in ihren verrauchten Büros mit Alsterblick. Dies gehörte zu den Grundfesten der Bonner Republik.

Wollte damals ein Bär in die Hauptnachrichten, musste er schon jemanden umbringen. Robbenbabys ließen sich dafür in schöner Regelmäßigkeit erschlagen. Ansonsten konnten sie sich gleich mit umgefallenen Säcken Reis aus China und Hunden, die Männer gebissen hatten, zusammen tun.

Heute sehen wir Verfolgungsjagden in Missouri, den Jungen, der sich in Mexiko ans Bett geklebt hat, um nicht in die Schule zu müssen, Modenschauen und immer wieder Tierbabys. Süße, tapsige, knuddelige, voll niedliche, herzerweichend dreinschauende kleine Tiere. Im heutigen harten Nachrichtengeschäft und im ständigen Kampf um Einschaltquoten haben die berühmten vier T des Journalismus eine völlig andere Bedeutung bekommen: Tiere, Tussen, tragische Trottel.

Flugblatt (Entwurf): „Arbeiter! Wenn uns erstmal die Produktionsmittel gehören ist aber Schluss mit lustig. Dann gibt es wieder richtige Nachrichten über imperialistische Kriege und die Errungenschaften unserer Revolution. Dann läuft statt ‚Das perfekte Dinner’ ‚Physik für die Sekundarstufe 2’ von 1973. Und anschließend das fünfstündige Epos ‚Gottschalk, Held seiner Klasse’. Und den verdammten Eisbären wird mal wieder klargemacht, wer hier wo in der Nahrungskette steht. Von wegen niedlich.“

Notiz: Muss noch mal nachdenken, ob die Massen für so deutliche Worte schon bereit sind. Evtl. erstmal Linkspartei unterwandern. Für alle Fälle Marx in der Stadtbücherei ausleihen. Bei der Gelegenheit in der Kinderabteilung Lars, dem kleinen Eisbären, Hitlerbärtchen malen.

Freitag, 4. Januar 2008

Schlechter Polizist

Es gibt so Sätze, die ausschließlich in amerikanischen Filmen vorkommen. „Ich liebe Dich auch, Dad“ zum Beispiel, „ich habe einen Mann erschossen“, oder „Sie sind ein verdammt guter Polizist, Hank“. Ich glaube kaum, dass Polizeihauptkommissar Weirich zu Polizeiobermeister Schulz sagt: »Sie sind ein verdammt guter Polizist, Schulz!«, es sei denn PHK Weirich ist vom Fernsehen beeinflusst oder so ein Bruder Lustig in Uniform. Ich wäre übrigens ein schlechter Polizist. Letztens überquerte ich schlendernd eine Straße, ein rechtsabbiegendes Fahrzeug musste wegen mir warten. Der Beifahrer kurbelte die Scheibe runter und brüllte mich an, ich solle mich gefälligst beeilen. Wäre ich ein Polizist gewesen, hätte ich die beiden Gauner unter vorgehaltener Waffe aus dem Auto geholt, den Fahrer erstmal mit Handschellen an der Tür festgemacht, den anderen gefesselt am Boden liegend durchsucht und ihm dabei das Heroin untergeschoben, das ich als schlechter Polizist natürlich immer bei mir hätte. „Das reicht für ein paar Jährchen, Kumpel!“ hätte ich gesagt und ihn dabei am Kragen gepackt. Beim Verhör hätte ich ihn dann noch ein bisschen verprügelt: „Fußgänger anbrüllen und Heroin an kleine Kinder verkaufen! Weißt Du, was sie im Knast mit Fußgängeranbrüllern wie Dir machen?“ Naja, man weiß ja wie das läuft, dann kommt so ein schleimiger Karrierist vom BKA und nimmt mir den Fall weg: „Funken Sie uns nicht noch mal dazwischen, Mann. Wir sind seit Jahren hinter diesen international operierenden Fußgängeranbrüllerbanden her, wir müssen an die Hintermänner ran. Lassen Sie den Mann laufen, und stecken sie ihr Heroin wieder ein.“ Wenn Sie mal wieder Ärger mit brüllenden Autofahrern haben, wissen Sie, die Typen vom BKA sind noch keinen Schritt weitergekommen.